
Meine favorisierte Weltraum-Simulation ist und bleibt Elite: Dangerous - daran wird sich aller Voraussicht nach so schnell nichts ändern. Doch auch andere Mütter haben schöne Töchter. Deswegen schaue ich auch immer wieder nach rechts und links, ob sich nicht etwas Interessantes finden lässt. Youtube ist dafür eine echte Fundgrube; Kanäle wie LT Gaming oder ObsidianAnt bieten jede Menge neue Infos und Anregungen. Dabei lief mir irgendwann ein Trailer über den Weg, in dem eine Art Senkrechtstarter durch futuristische Häuserschluchten kurvte, die direkt aus dem Film "Blade Runner" zu stammen schienen. "G-Rebels" sollte der Titel des Spiels lauten. Natürlich packte ich das Spiel sofort auf meine Steam-Wunschliste.
Gestern dann die Benachrichtigung, G-Rebels sei gerade in den Early Access gestartet. Selbstverständlich habe ich mich gleich auf Steam gestürzt und spontan entschieden, die knapp 24 Euro für das Spiel zu investieren, auch wen ich bei Early Access inzwischen ziemlich vorsichtig geworden bin. Der Trailer für das Spiel sah aber einfach zu gut aus!
Kaum war ich von der Arbeit zurück, wurde Steam angeworfen und der Download gestartet. Als dann meine tägliche "Niels-Zeit" anbrach, war der Download durchgelaufen und ich konnte starten.
Das Hauptmenü präsentierte sich dabei schon schon einmal sehr kompakt. Die Tastenbelegung ist nicht allzu umfangreich und erinnerte mich sofort an Spiele wie "Descent" oder "Everspace". Die Grafikoptionen waren bereits bis zum Anschlag aufgedreht. Lediglich den Upscaler legte ich still, da mein Rechner damit in der Regel ziemlich zu kämpfen hat. Stattdessen hatte ich aber zuvor AMD Eyefinity aktiviert, sodass das Spiel nun mit einer Auflösung von 5760x1080 lief. Bei meinem Drei-Monitor-Setup ist das ein ganz schönes Brett!
Das Spiel startete ziemlich düster mit einer Definition des Wortes "Flut". Schade nur, dass der Kontext komplett fehlte. Ich nehme einmal an, das Ganze deutet auf eine zurückliegende Katastrophe hin, bei der Teile der Welt überflutet wurden. Vielleicht erfahren wir irgendwann beim Full Release etwas mehr. Für den Anfang des Early Access muss dieser Screen mit der Definition einfach reichen. Aber dann ging es auch schon gleich richtig los.
Meine Spielfigur freut sich, endlich das neue "Skyblade" testen zu dürfen. Wir beginnen in einem Hangar, dessen Türen sich öffnen und den Blick auf eine Megacity freigeben. Wie es sich für ein Tutorial gehört, funktionieren die Kontrollen zunächst nicht oder nur teilweise. Im Lauf des Tutorials werden die Kontrollen dann nach und nach freigegeben. Leider gibt es noch keine Hinweise, welche Taste welche Funktion auslöst, sodass ich beispielsweise bei der Zielerfassung für einen Moment auf dem Schlauch stand, bis ich darauf kam, ähnlich wie bei "Everspace" einfach einmal die mittlere Maustaste auszuprobieren.
Aber das ist in den ersten Sekunden von G-Rebels ohnehin erstmal völlig Banane, denn wenn wir aus dem Hangar ausfliegen, dann bläst uns der Anblick des Stadtpanoramas nahezu ansatzlos aus den Latschen!
Die Szenerie würde "Blade Runner" tatsächlich alle Ehre machen. Und dazu auch noch Wuselfaktor 10.5! Am Boden sehen wir die Lichter von Autos, die sich auf den Straßen drängen. Überall flitzen andere Gleiter durch die Luft, kommen mir stellenweise sogar ziemlich nah. Die Wolken sind in pemanenter Bewegung. Später ändert sich im Lauf des Tutorials auch noch das Wetter. Regen prasselt auf die Windschutzscheibe meines Skyblades und Blitze ballern aus den Wolken auf den Boden herab. Dazu noch ein dynamischer Tag-Nacht-Wechsel. Die Rotation des Planeten scheint enorm zu sein, denn Tag und Nacht wechseln sich ziemlich häufig ab. Das tut der Atmosphäre aber nicht nur keinen Abbruch, sondern bringt immer neue Wetter-Licht-Kombinationen und Stimmungen zustande.
Das ist schon eine ziemliche Wucht. Dazu dann noch das Skyblade selbst. Die Steuerung ist ähnlich direkt wie seinerzeit bei "Everspace". Gerade am Anfang gibt es noch den einen oder anderen Ruckler, doch dann läuft das Spiel nahezu komplett rund. Die Steuerung selbst funktioniert 1:1 genauso wie in "Everspace" - mit der Maus bewegen ich die Hoch- und Nickachse, mit W und S gebe ich Vorwärts- und Rückwärtsschub, mit A und D slide ich seitwärts weg und mit Space und der Steuerungstaste steige bzw. sinke ich. Bei Bedarf kann ich im Vorwärtsflug mit Shift noch einen Booster zuschalten, damit es etwas zügiger vorangeht. Und ähnlich wie in "Everspace" ist auch hier die Steuerung ziemlich "nervös" ausgefallen.
In diesem Zusammenhang fällt mir gerade auf, dass ich gar keine Tasten für das Rollen um die Längsachse gefunden habe. Genau genommen habe ich sie bislang auch nicht vermisst, denn das Skyblade bleibt immer weitestgehend "aufrecht". Ich habe zwar schon einige Sturzflüge und steile Aufstiege hingelegt, aber ein Manöver wie einen Looping, bei dem man irgendwann zwangsläufig auf dem Kopf steht, habe ich noch nicht ausprobiert.
Und es gibt noch weitere Features hinsichtlich der Steuerung. Ich bin bei solchen Spielen ja der Maus-und-Tastatur-Typ. Wer eine andere Eingabemethode bevorzugt, der kann auch mit einem Joystick/HOTAS oder mit einem Controller spielen. Die einzelnen Kontrollen können jetzt schon gemapped werden, auch wenn das beim Joystick stellenweise wohl noch nicht zu 100% mit allen Achsen funktoniert. Aber auch hier wieder die Frage: Wenn das Flugmodell so einfach ist, wozu sollte man dann viele Controller-Achsen benötigen?
Weil ich mich um's Verrecken nicht an der Megacity sattsehen konnte, kurvte ich natürlich zunächst mal ordentlich herum. Dabei machte ich auch einen Abstecher über die Wolkendecke, wobei die Dienstgipfelhöhe des Skyblade recht schnell erreicht ist. Hier ein paar Eindrücke aus der Megacity:
Das Tutorial verläuft dann ganz so, wie man sich ein kleines Tutorial vorstellt. Zuerst werden nach und nach alle Steuerungsoptionen vorgestellt (wenn auch nicht im Detail erklärt), dann muss man einen kleinen Orientierungskurs von Wegpunkt zu Wegpunkt abfliegen. Weil ich noch total von den Lichtern der Megacity geflasht war, habe ich im ersten Moment nicht kapiert, dass dieser Orientierungsflug auf Zeit geht, deswegen durfte ich den Spaß gleich zweimal machen.
Bei der Orientierung hilft dann übrigens auch die Karte, mit deren Hilfe ich später auch zu anderen Megacities werde wechseln können. Momentan scheint nur eine einzige Stadt im Spiel zu sein. Die Türme anderer Städte kann man schon am Horizont erkennen, doch man kann das aktuelle Gebiet nicht verlassen. Versucht man es doch, dann bekommt man ab einem bestimmten Punkt einen Timer, der zur Umkehr auffordert. Ich habe es an dieser Stelle nicht drauf ankommen lassen und bin brav zurückgekehrt.
Am Ende des Tutorials folgt dann schließlich noch die "Feuertaufe": Ich soll drei Drohnen abschießen. Diese sind auch recht schnell aufgespürt. Mein ATC gibt mir die Waffen frei und ich darf die drei mit meiner Bordkanone bezillen.
Die Kanone speit ordentlich Feuer. Dabei muss das Fadenkreuz nur ungefähr auf den Gegner ausgerichtet werden. Das Geschütz steuert dann ein klein wenig mit, sodass man recht leicht seine Treffer landet. Das ist auch gut so, denn die Gegner sind ziemlich flott unterwegs. Aber auch hier gilt: Wer "Everspace" gespielt hat und mit den dortigen Gefechten vertraut ist, der ballert die drei Drohnen schneller vom Himmel, als jemand "Skyblade" sagen kann.
Auf der Karte materialisieren dann schon bald drei Ziele: Ein Hauptquartier, bei dem ich neue Missionen abholen kann, ein Ausrüstungshändler für Upgrades und nach der ersten Mission auch ein Reparaturdock. Großartig landen und interagieren kann man weiter nicht. Man fliegt an die Ziele heran und kann dann per Mausklick die jeweiligen Aktionen starten. Nur den Ausrüstungshändler habe ich noch nicht ausprobiert.
Stattdessen habe ich die erste Storymission noch gespielt. Hier bekomme ich einen Wingman zur Seite gestellt, der mich mit weiteren Funktionen des Skyblade vertraut macht. Im Grunde also ein erweitertes Tutorial. Hier gilt es dann, andere Skyblades zu scannen und anschließend gegen eine ganze Horde von Gegnern zu kämpfen. Bei dieser Gelegenheit bekomme ich auch heraus, dass ich nicht für den Staat arbeite, sondern als eine Art Söldner für einen Konzern unterwegs bin. Es gibt auch eine Polizeitruppe, doch mit dieser habe ich nichts zu tun. Im Gegenteil, ich muss offenbar darauf achten, mit den Cops nicht aneinander zu geraten. Das Ganze soll sich später zu einer Story zusammenfügen, an der man sich entlangspielt. Man darf also gespannt sein.
Die Schießerei mit den Bösewichten, bei der erstmals auch Lenkwaffen zum Einsatz kommen, ist überraschend fordernd. Man behält hier allerdings leichter den Überblick, als es beispielsweise bei "Everspace" der Fall ist. Dort ist man plötzlich von Gegnern eingekreist und weiß gar nicht recht, aus welcher Richtung es knallt. Bei den G-Rebels gelingt es mir immerhin, mich sauber auf einen Gegner zu konzentrieren und diesen aus dem Spiel zu nehmen, sodass ich die feindliche Truppe recht bald bezwungen habe. Aber: Das Skyblade ist alles andere als unverwundbar. Beim ersten Anlauf hatte ich die Gegner mächtig unterschätzt und fand mich ziemlich flott auf dem Game-Over-Screen wieder. Deswegen gilt: Immer in Bewegung bleiben - egal in welche Richtung. Stillstand bedeutet in der Regel ein schnelles Ende.
Ich habe mir auch noch den Spaß gemacht, mir die Megacity ein wenig im Detail anzusehen:
Hier wird dann klar, wie das Spiel mit seinen Details trickst. Beim schnellen Flug durch die Straßenschluchten verwischen alle Konturen und der Detaillevel wird ohnehin so weit heruntergeschraubt, dass die Stadt einfach sagenhaft aussieht. Und das ist in meinen Augen auch ok, denn ich habe sowieso kein Interesse daran, langsam in irgendwelche Ecken zu kriechen. Stattdessen möchte ich schon flott durch die Straßenschluchten kesseln und dabei ein paar Bösewichte wegpusten!
Ich denke, das Ding hat wirklich Potential. Es wird natürlich kein Elite: Dangerous-Killer. Es könnte aber locker in der Liga von "Everspace" spielen - vielleicht sogar noch eine kleine Kategorie drüber. Hier muss man einfach sehen, was der Early Access noch alles hervorbringt. Die Entwickler haben immerhin eine kleine Roadmap aufgestellt, derzufolge sie sich nun zunächst auf die technische Seite und die Stabilität konzentrieren möchten. Sobald das Grundgerüst auf sicheren Füßen steht, sollen dann neue Inhalte in Form neuer Städte und neuer Missionen kommen.
Warten wir's einmal ab. Ich kann es jedenfalls nicht erwarten, G-Rebels auch einmal in VR auszuprobieren. Ich werde in den nächsten Tagen ganz sicher noch etliche Runden über der Megacity drehen - und sei es auch nur, um die Stimmung einzufangen.
That’s all, folks!
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