Revell 1/32 Alouette II

Der Baukasten

Ich bin gerade von meinem aktuellen Langzeitprojekt, dem Kreuzfahrtschiff AIDAluna von Revell im Maßstab 1/400, ein wenig genervt. Und dann habe ich da noch ein paar "Karteileichen" auf der Schlachtbank, die mich die ganze Zeit über vorwurfsvoll angucken. Die nerven mich auch gewaltig. Deswegen dachte ich, es sei mal an der Zeit, etwas Neues zu starten. Irgendetwas Kleines für zwischendurch.

Als ich in meiner Schatztruhe herumstöberte, stolperte ich über die Alouette II von Revell. Der Bausatz sah für mich ganz interessant aus. Viel kleinteiliges Gebastel. Keine langen Klebenähte. Dementsprechend also auch nicht viel zu spachteln oder zu schleifen. Genau das, was ich brauchte.

Die Teile

Schon ein erster Blick auf die Teile sowie in die Bauanleitung zeigte mir, dass ich es nicht mit einem brandaktuellen Bausatz zu tun hatte. Alles wirkte ein klein wenig grobschlächtig und unstrukturiert. Die allgemeine Qualität hingegen war ganz in Ordnung. Ziemlich sauberer Guss, nur wenige Grate und wenig Überschuss. Eine kurze Recherche auf Scalemates ergab dann, dass es sich um eine Bausatzform von 1996 handelt. "Ach", dachte ich, "das ist ja doch ganz aktuell."

Und dann dachte ich: "Moment ..."

Nein, das ist nicht ganz aktuell!

Die Bausatzform ist satte 30 Jahre alt. In der Zwischenzeit hat sich viel getan. Und tatsächlich sind die Teile nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Viele Details fehlen, andere sind nur angedeutet. Generell wirkt alles stark vereifacht, als hätte jemand einen 1/48-Bausatz einfach hochkonvertiert. Das Cockpit wirkt sogar schon regelrecht spartanisch - und nicht einmal die Sitzgurte sind komplett angegossen, sondern nur angedeutet.

Aber gut, ich wollte es ja simpel und einfach. Deswegen entschied ich, einfach das Beste daraus zu machen und das Modell ansonsten volley aus dem Kasten zu nehmen. Genau das war ja der Punkt: Keine großen Zusatzbasteleien, die den Bausatz am Ende nur kompliziert gemacht hätten.

Der Cockpitboden

Wie fast immer bei Hubschraubern fing es auch diesmal mit dem Cockpit an. Der Boden des Cockpits wies einige Vertiefungen auf, in die später Sitze und Steuerelemente eingeklebt werden sollen. Damit diese frei von Farbe bleiben, habe ich kurzerhand etwas Maskierflüssigkeit hineinlaufen lassen. Das Zeug ist prima! Hohe Oberflächenspannung. Dadurch bleibt es gut in den Vertiefungen hängen. Und falls doch mal etwas danebengeht, lässt es sich problemlos wieder entfernen.

Danach habe ich meine alte Revell-Sprühpistole klargemacht, denn ich musste mangels Alternativen zu Revell Emaille-Farben greifen. Das funktionierte aber recht gut. Die gesamte Bodenwanne sowie die Rückwand des Cockpits waren schnell lackiert und anschließend montiert.

Die Grundkonstruktion des Cockpits

Bevor mir die Zeit ausging, habe ich noch die beiden Pilotensitze montiert und die Rückenlehnen rasch mit dem Pinsel überlackiert. Da ich nur eine Farbschicht aufgebracht habe, ist alles ein wenig fleckig geworden, was ich eigentlich durch eine zweite Farbschicht egalisieren wollte. Doch im Nachhinein werde ich es wohl so lassen, um einen gebrauchten und leicht verwitterten Eindruck zu erwecken.

Der Pilotensitz

Als ich mir im Nachhinein das Foto anschaute, erkannte ich auch, dass ich den Befestigungspunkt vom Gießast noch nicht sauber entfernt hatte. Das kam gleich auf die To-Do-Liste für den nächsten Baueinsatz.

Na, dann wollen wir doch mal sehen, was in den nächsten Tagen aus der Alouette wird. In jedem Fall berichte ich hier weiter, sobald sich etwas ergibt.

Ach ja: Ich möchte natürlich die auf dem Cover-Artwork gezeigte Version des Modells bauen. Dafür benötige ich allerdings noch dieses knallige Orange für den Bug und die Fracht-/Gepäcksektion (oder was immer diese Box unter der Turbine auch sein mag). Dabei handelt es sich um die Revell-Farbe 32125, die ich leider nicht vorrätig habe. Bestellung ist aber schon raus - und damit die Farbe nicht ganz alleine ist, ist noch ein kleiner Modellbausatz dazugekommen ...

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