Endlich innen hui!

Es hat ja eine ganze Weile gedauert, bis ich es hinbekommen habe, aber nun ist der Innenraum fertig – zumindest so weit, wie ich bereit bin zu gehen.

Was dabei ein wenig ernüchternd ist: Am Ende wird man so gut wie nichts mehr davon sehen. Ich muss die Cockpitverglasung tatsächlich schon abnehmbar gestalten, damit man später überhaupt noch etwas erkennt. Gerade von diesem Hintergrund ist es für mich nicht nachvollziehbar, weswegen sich manche Modellbauer in Unkosten stürzen, um Zurüstteile zu kaufen, um den Innenraum der Sunderland auszubauen. Es ist wirklich beim besten Willen hinterher nichts mehr zu sehen – auch durch die Bullaugen nicht.

Wo wir gerade bei den Bullaugen sind:

33 von den Dingern gilt es in den Rumpf einzukleben. Eigentlich kein Problem, doch am Anschluss möchte man die Außenseite des Rumpfs lackieren und muss die Bullaugen dazu abkleben. Die Erfahrung lehrt: In solchen Situationen versagt gerne mal der Kleber und das Bullauge plumpst beim Abkleben in den Rumpf hinein. Also habe ich alle Bullaugen vorab abgeklebt. Das Maskiertape konnte ich dabei bestens mit einer Lochstanze für jedes Bullauge herrichten.

Der Weißleim härtet im Endeffekt natürlich glasklar aus und ist später nicht mehr zu erkennen. Bei den Bullaugen auf dem Unterdeck wäre das nur halb so wild, doch die Fenster direkt hinter dem Cockpit sind schon noch gut zu sehen.

Schließlich haben auch die beiden Piloten ihre Plätze im Cockpit gefunden, das nun bereit ist zum Einbau. Ein bisschen Mühe habe ich mir mit den beiden Figuren schon gegeben. Später muss ich noch drei Figürchen in den Geschütztürmen unterbringen, doch wie erste Trockenpassungstests gezeigt haben, sind diese Figuren wegen der miserabel dicken Verglasung hinterher so gut wie gar nicht mehr zu erkennen. Also werde ich mich auf eine saubere, aber ansonsten billige Bemalung verlegen.

Es geht nun ziemlich zügig voran. Die Bemalung der Geschütztürme wird nochmal ein bisschen frickelig, aber das sollte auch kein größeres Problem werden. Wenn dann der Rumpf zusammengefügt ist, sind eigentlich nur noch größere Teile am Start. Mit der Verspannung der beiden Schwimmer werde ich noch ein wenig Spaß haben. Außerdem muss ich mir noch Gedanken über die ganzen Antennen machen, die über den Rumpf verteilt sind, aber dem Bausatz nicht beiliegen. Aber auch da werde ich eine Lösung finden.

Aber heute nicht. Wenn überhaupt, dann sind heute Abend die Geschütztürme an der Reihe.

Innen beinahe hui

Es hat nun wirklich eine ganze Weile gedauert, bis es ein Stück voran ging. Schuld daran war, dass so ziemlich alle Methoden, die ich mir draufschaffen wollte, nach und nach scheiterten. So war es beispielsweise nahezu unmöglich, auch nur halbwegs passende Rumpfspanten zu konstruieren, die am Ende kein Übermaß hatten.

Doch schließlich kamen dann doch noch rechtzeitig die Erleuchtungen, die ich so dringend brauchte. Und so gelang es mir, dann doch noch ein halbwegs glaubwürdiges Interieur für meine Sunderland zusammenzustoppeln. Zugegeben, an vielen Stellen sieht das noch ziemlich grob aus (bei einem Computerspiel würde ich jetzt „verpixelt“ sagen). Doch wenn man bedenkt, dass es sich bei diesem roten Balken rechts im Bild um einen handelsüblichen Bleistift handelt, dann kann man in etwa die Abmessungen, die dieses Interieur hat, einigermaßen abschätzen. Gemessen daran ist das, was ich da abgeliefert habe, gar nicht mal so schlecht, denke ich.

Hier das Ganze noch einmal aus einem leicht anderen Blickwinkel. Dieser zeigt nun auch die kleine Leiter, die ich gebastelt habe. Meine Fresse, war das ein Aufriss! Ich war irgendwie auf den Trichter gekommen, diese Leiter aus Wickeldraht zu ferkeln. Also habe ich munter mit Sekundenkleber herumgefuhrwerkt und dabei ziemlich exakt überhaupt nichts auf die Reihe bekommen. Schließlich habe ich völlig entnervt aufgegeben und das Ding einfach aus kleinen Vierkantstangen zusammengepappt. Ging ratzfatz und machte so gut wie gar keine Probleme. Ehrlich, irgendwann haue ich mir selbst eine rein!

Je nachdem, wie es zeitlich hinhaut, werde ich dann im Lauf dieser Woche anfangen, den Rumpf von innen zu lackieren und auch Farbe auf die Inneneinrichtung zu bringen. Dann noch die Endmontage – und dann geht es auch schon in Richtung des Zusammenbaus der Rumpfhälften. Für den weiteren Zusammenbau überlege ich derzeit, ob ich eventuell einmal einen näheren Blick auf die Landeklappen werfe und ob es möglich wäre, diese mit überschaubarem Einsatz an Zeit und Material ausgefahren darzustellen.

Aber nun ist zunächst einmal der Rumpf an der Reihe.

Ich mal wieder …

Gestern Abend habe ich mal wieder einen typischen „Henning“ gebracht!

Ich hatte ja ohnehin schon geplant, das Modell auf einem kleinen Display mit einer Wasseroberfläche zu präsentieren – quasi als auf hoher See gelandetes Flugboot. Eine Szenerie, die eine kleine Geschichte erzählt, wollte ich eigentlich nicht erzählen. Doch dann stolperte ich im Internet über das hier gezeigte Bild einer Sunderland, die ein U-Boot bombardiert. Und als ich mir gestern Abend nochmal die ganzen Brocken des Modells anschaute, die auf meinem Basteltisch liegen, reifte in mir ganz allmählich der Gedanke, man könne dieses Bild doch sicherlich irgendwie nachstellen.

Und was macht der kleine Nieli? Genau: Er fängt an, nach einem Bausatz eines VIIC-Bootes zu suchen – passenderweise im Maßstab 1/72. Ich habe mir ein solches Boot zwar schon im Original (Kiel/Laboe) sowie als Nachbildung (Bavaria Filmstudios – Kulisse von „Das Boot“) angeschaut und habe mir darin auch mehrfach den Kopf angedotzt (1,89 m Körpergröße und U-Boot sind nicht kompatibel), doch irgendwie hatte ich aus den Augen verloren, wie groß die Dinger doch waren.

Natürlich fand ich prompt den entsprechenden Revell-Bausatz im entsprechenden Maßstab bei Ebay. Mit ca. 60 Euro war der Preis sogar noch nicht einmal soooo verrückt (obwohl man das Ding mit Detailsätzen aufblasen kann, bis selbst in Onkel Dagoberts Geldspeicher der Boden zu erkennen ist). Allerdings hatte ich nicht auf dem Schirm, dass das Ding später über 90 cm lang wird. Als ich mir dann überlegte, wie groß das gesamte Diorama werden wird, fand ich die Idee plötzlich irgendwie doof …

Lange Lernprozesse

Eine schmerzliche Erfahrung, die ich machen muss: Es gibt für mich noch jede Menge zu lernen. Und der Lernprozess kann ziemlich langwierig sein!

Doch nun, nach unzähligen Fehlversuchen und unzähligen selbst angefertigten Teilen, die ich in die Tonne schmeißen musste, geht es in die richtige Richtung. So ist es mir beispielsweise gelungen, die beiden Halterungen für die Sitze des Piloten und Copiloten herzustellen. Außerdem habe ich nach einigen frustrierenden Ansätzen auch eine halbwegs passable „Mittelkonsole“ hingekriegt, die später noch mit den Schubreglern der Triebwerke ausgestattet werden. Ich hoffe, mit den neu erworbenen Kenntnissen schaffe ich es nun, das Cockpit in überschaubarer Zeit fertig zu bekommen.

Ach ja: Mir ist zwischendurch noch aufgefallen, dass das Armaturenbrett scheiße aussieht. Irgendwie ist mir da die Bemalung desaströs in die Hose gegangen. Also werde ich das auch noch neu machen und diesmal etwas vorsichtiger vorgehen. Danach kümmere ich mich dann um den Platz des Funkers und des Navigators. Aber beim Rumpfspant direkt hinter dem Navigator wird dann Schluss sein. Ich werde keinesfalls die gesamte Inneneinrichtung nachbauen. Lediglich das Abteil für die Bomben bekommt noch etwas Struktur, aber das muss es dann gewesen sein.

Man wächst mit den Aufgaben

Ich ferkele immer noch an der Innenausstattung der Sunderland herum. Besonders das Armaturenbrett hat es mir angetan. Anfangs dachte ich, das sei mit ein bisschen Plastiksheet und ein paar Kanülen oder so (zum Löcherbohren) schnell gemacht. Tja, denkste … am Ende war der Anspruch dann doch etwas höher und ich war mit dem schiefen, schäppigen Kram, den ich da produzierte, nicht mehr zufrieden.

Inzwischen bin ich weg von irgendwelchen Behelfsmitteln wie Kanülen oder so. Stattdessen benutze ich feine Bohrer und Lochstanzen. Außerdem lege ich nicht mehr frei Schnauze los, sondern plane tatsächlich ein bisschen, was ich da vorhabe. So kam es, dass ich auf diesem Armaturenbrett, das im Original gerade einmal 2 cm breit ist, die ganzen Rundinstrumente zumindest halbwegs vorbildgetreu anordnen konnte. Einige Elemente waren aber dann leider so klein, dass ich es nicht mehr umsetzen konnte. Deswegen muss ich mich mit diesem Stand der Dinge zufrieden geben.

Gestern Abend habe ich das Ganze noch rasch mit Tamiya German Grey (XF-69) angesprüht und auf einen schwarzen Karton geklebt. Wenn mir heute ein bisschen Zeit bleibt, dann werde ich den Instrumenten noch die korrekte Farbe geben udn vielleicht hier und da einen winzigen Akzent setzen. Und dann geht es mit Hochdruck im Cockpit weiter.

Was klein angefangen hat …

Oha, das wird wirklich so eine Geschichte …

Anfangs wollte ich ja nur einen einzigen Spant und ein paar kleine Details der Innenausstattung hinzufügen. Inzwischen wird die Sache immer größer und größer.

Nachdem ich nun das eigentliche Cockpit in seinen Dimensionen weitgehend habe festlegen können und auch die richtige Stelle für den Spant, der das Funkabteil abtrennt, gefunden habe (er saß vorher viel zu weit vorne), musste ich heute herausfinden, dass man durch das Cockpitglas doch weiter in den Rumpf hineinschauen kann, als mir lieb ist.

Eigentlich wollte ich nur noch den Platz des Navigators hinzufügen, doch damit ist es wohl nicht getan. Stattdessen werde ich den Rumpf noch ein kleine Stück nach hinten ausbauen müssen. Ich überlege sogar, ob ich nicht eventuell den Platz hinter den Öffnungen der Bombenträger noch etwas ausgestalten soll. Andererseits denke ich mir, dass man später kaum noch so weit unter das Modell schauen kann, dass man das Innenleben dort ansehen könnte.

Andererseits: Alleine zur Vorsicht wäre es vielleicht doch ratsam, hier noch etwas nachzuarbeiten.

Ja, das wird so eine Geschichte!

Nur ein bisschen rumprobiert

Gestern habe ich mir nicht so viel Zeit zum Bauen genommen. Ich habe aber ein wenig herumprobiert und aus der selbst erstellten Schablone nun einen provisorischen Rumpfspant erstellt.

Passt!

Außerdem habe ich geprüft, wie das Verkleben kleinster Teile mit Nitroverdünnung von der Hand geht. Puh, das Zeug stinkt wirklich übelst! Das ging nur, indem ich eine homöopathische Dosis in ein Metalltöpfchen träufelte und mit dieser dann arbeitete. Hier werde ich aber noch ein bisschen üben müssen, wenn es an das ganz winzige Gefussel geht.

Danach habe ich allerdings noch einige Zeit mit der Recherche verbracht. Ich konnte tatsächlich nirgendwo vernünftige Informationen über den exakten Aufbau dieses Rumpfspantes bekommen. Bei anderen Modellbausätzen gibt es doch teils starke Unterschiede. Mal ist es nur ein halber Spant, mal ein ganzer mit einem Durchgang, mal ein ganzer mit zwei (!) Durchgängen und einem kleinen Vorhang.

Ich habe entschieden, mich an einer gut detaillierten Cutaway-Zeichnung zu orientieren und den Spant entsprechend aufzubauen. Dann füge ich noch den Tisch des Navigators hinzu, rüste das Cockpit ein wenig auf und lasse es damit gut sein. Auf das Einkleben von Rumpfgurten will ich verzichten, denn die dürften später ohnehin nicht mehr zu sehen sein. Besser, ich konzentriere mich auf das Armaturenbrett und fehlende Bedienelemente. Das sollte dann genügen.

Rumpfspanten-Reverse-Engineering

Doof: Die Innenausstattung des Modells ist faktisch nicht vorhanden. Das Cockpit ist nur rudimentär ausgearbeitet und stimmt hinten und vorne nicht. Gut, das war schon von Anfang an klar und ist dem Alter der Bausatzform geschuldet. Aber was mache ich jetzt damit?

Ganz einfach: Ergänzen!

Durch das Kabinenglas kann man ziemlich weit in den Rumpf hineinschauen. Ich komme also nicht umhin, einen guten Teil der Innenausstattung hinzuzufügen. Richtig blöd wird es aber schon direkt hinter den Pilotensitzen. Wie ich anhand von Explosionszeichnungen sehen konnte, befindet sich direkt hinter den Pilotensitzen auf der Backbordseite ein Halbschott. Na prima … und wie kriege ich das jetzt zurechtgeschnitten? Einfach so auf Verdacht drauflosschnippeln und dann so lange schleifen, bis es passt? Das kann nicht die Lösung sein!

Glücklicherweise gibt es Modellbauer, die sehr viel versierter sind als ich und ihre genialen Ideen im Internet verbreiten. So hatte ich Gelegenheit, mir etwas bei Jorge Roberto Wolf abzugucken, der eine einwandfreie Lösung für mein Problem gefunden hatte. An dieser Stelle vielen Dank dafür!

Also zog ich zunächst eine senkrechte Linie an der Stelle, an der später das Schott sitzen sollte. Als Lineal diente mir ein gerade geschnittenes Blechteil, das sich ideal an die Rumpfwölbung anlegen ließ. Rechts und links dann zwei Streifen Dymo-Band; ich hätte auch Isolierband nehmen können, hatte aber keins zur Hand. In die Mitte schmierte ich dann etwas Weißleim rein und begann dann, kleine Stückchen aus Plastikplatte aufzusetzen:

Die Stückchen verband ich dann jeweils mit einem kleinen Tropfen Plastikkleber und ließ den Weißleim trocknen. Am nächsten Tag: Dymo-Band runter, vorsichtig ein wenig mit einer spitzen Zange gehebelt – und schon platzte der getrocknete Weißleim wieder weg. Voilà, fertig ist die Schablone für mein Halbschott:

Eigentlich wollte ich aus der „Sunderland“ ja keine größere Geschichte machen, aber so allmählich macht es mir richtig Spaß …

Klein anfangen (und dann noch kleiner weitermachen)

Ich dachte mir, ich fange mal mit den Teilen an, die mir später heftig auf den Sack gehen werden. Bei Flugzeugen sind das eigentlich immer die Motoren. Also habe ich diese gleich abgearbeitet.

Es wäre so schön gewesen, wenn das problemlos über die Bühne gegangen wäre, doch dummerweise blieb ich schon bei der Frage hängen, welche Farbe die „Cowl Rings“ (ich kenne leider die korrekte Übersetzung nicht – gemeint sind die ringförmigen Abschlüsse der Motorenabdeckung) bekommen sollen. Im Netz sind dummerweise nur Schwarzweißbilder der Originalmaschine zu finden und in Modellbauerkreisen herrscht offenbar keine Einigkeit über die Farbe. Die einen sagen, es sei ein weißer Hitzeschutzanstrich gewesen, damit die Dinger nächtens nicht durch ihre Wärmeabstrahlung auffallen. Andere meinen, es sei eher ein Farbton in Richtung Messing, Bronze oder sonstwas.

Ich habe entschieden, es gleich richtig falsch zu machen und habe eine Mischung aus Bronze und Kupfer (ganz exotisch!) aufgesprüht. Das ist zwar mit ziemlicher Sicherheit totaler Bullshit, sieht aber irgendwie glaubhaft aus.

Nachdem ich diese Kleinigkeit fertig habe, gehe ich noch mehr ins Detail: Ich knöpfe mir das Cockpit vor.

Die ersten Schritte sind geschafft

So, wir haben nun immerhin eine Seite mit einigen Informationen zur Short Sunderland im Allgemeinen und zur Maschine mit der Kennung „2-G“ im Speziellen – auch wenn diese Infos ein wenig dürftig sind. Ganz sicher wird es nun einige Hardcore-Modellbauer geben, die entsetzt aufschreien, weil ich das Thema so oberflächlich behandele und weil ich keine Unsummen in irgendwelche Fachliteratur investiere. Ist mir aber scheißegal, denn ich habe nicht vor, dieses Modell zu meinem gesamten Lebens- oder auch nur Hobbyinhalt zu machen.

Die Bausatzvorstellung habe ich auch online gebracht. Auch diese ist – im Vergleich zu anderen Vorstellungen, die ich schon abgefackelt habe – ebenfalls ziemlich überschaubar geraten, was sicherlich auch an den Bauteilen liegt, die ohne viel Kleinkram auskommen. Ich kann es hier schon vorwegnehmen: Allzu große Kritik möchte ich an diesem Bausatz nicht üben, denn es handelt sich um eine Bausatzform aus dem Jahr 1960, die offenbar keinerlei Updates erfahren hat. Hier muss ich einfach fair bleiben und darf keine Wunder erwarten.

Nun muss ich nur noch schauen, dass ich ein wenig Zeit zum Bauen finde, was momentan ein wenig schwierig ist. Aber das wird schon.

© 2015 - 2017 Niels Peter Henning

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