Das kleine Spieletagebüchlein – neue Maus, Flugsimulatoren und die Thargoiden

Da hat sich wieder mal einiges getan in den letzten Tagen. So ist zum Beispiel ein neues Stück Hardware eingetroffen und ich bin virtuell in die Luft gegangen …

Neue Maus

In den vergangenen Jahren habe ich eine ziemlich große Anzahl von Mäusen verschlissen. Meist waren das irgendwelche Billigdinger, die besser aussahen als dass sie funktionierten. Nun hat die letzte Maus (ein 20-Euro-Ding aus dem Supermarkt) aufgegeben und ich musste mir wieder einmal Ersatz beschaffen. Allerdings wollte ich diesmal ein etwas besseres Gerät, das eine Halbwertzeit von mehr als 3 Monaten hat. So ist es dann eine Logitech G502 Proteus Spectrum geworden. Hübsches Ding. Liegt gut in der Hand und bietet eine Menge Möglichkeiten – sowohl mit der Logitech Gaming Software als auch ohne.

Fliegende Simulanten

Der Spaß an Flugsimulatoren hält sich momentan ziemlich hartnäckig bei mir.

Gerade mit dem FSX hatte ich mir ein schönes Eigentor geschossen. Ich hatte mir ja einige DLCs gegönnt – unter anderem die detaillierte Nachtbeleuchtung für Deutschland (Night Environment: Germany) sowie die detaillierten topographischen Daten für Westeurope (Toposim Wester-Europe). Während die Toposim problemlos funktionierte, stellte mich das Night Environment vor einige Probleme. Zunächst einmal fand ich das Konfigurationsprogramm nicht mehr, weil ich in meiner Betriebsblindheit den Ordner „DLC“ im Installationsverzeichnis übersehen hatte. Und als ich dann die volumetrische Beleuchtung aktiviert hatte, war plötzlich im Simulator der gesamte Boden mit schwarzen Dreiecken gesprenkelt.

Tja, schöne Schweinerei. Nach etlichen Gesuche über Google stolperte ich dann aber über die Lösung, die ebenso profan wie auch doof ist: Man muss einfach nur die Option „DX10 Preview“ ausschalten. So lange das Spiel über DX9 läuft, funktioniert alles wunderbar. Es gibt zwar einen Software-Fix für dieses Problem, doch der kostet gleich wieder 20 Euro extra – und das ist es mir momentan echt nicht wert.

Ansonsten habe ich den FSX weitestgehend im Parallelbetrieb mit XPlane 11, wobei XPlane 11 natürlich die größere Grafikbombe ist, im Gegensatz zum FSX allerdings generischer daherkommt. So gibt es im XPlane 11 beispielsweise kein halbwegs vorbildgetreues Manhattan, sondern ein generisches Manhatten fernab der Realität. Im FSX sind hingegen in Manhatten die Freiheitsstatue, das Empire State Building und das Chrysler Building eindeutig als das zu erkennen, was sie auch sein können. Und wer es ganz luxuriös haben möchte, der greift zum Aerofly FS2, bei dem Manhattan komplett nachmodelliert ist. Allerdings kann XPlane 11 im Gegensatz zu seinen beiden Konkurrenten absolut überzeugen, wenn man über ländlichen Gegenden unterwegs ist. Hier zieht XPlane 11 seine Daten aus der Open Street Map, sodass man sich tatsächlich an Straßenverläufen orientieren kann.

Feuer frei im Luftverkehr!

Ich wollte beim Fliegen auch gerne wieder ein bisschen ballern. Also hielt ich Ausschau nach ein paar Combat-Simulatoren. Ich habe ja noch den „Wings of Prey“ im Steam-Ordner, aber ein Stück weit fehlt mir zu dem momentan der Draht. Also habe ich mich weiter umgetan und landete bei „Rise of Flight United“ und „IL-2 Sturmovik: Battle of Stalingrad“. „Rise of Flight“ ist kostenlos, „IL-2“ kostet. Gekauft, beide installiert, ausprobiert.

Also … „Rise of Flight“ hat mich jetzt nicht umgehauen. Grafisch und soundtechnisch nett gemacht, aber der angeblich ach so hohe Anspruch war dann doch eher mau – oder ich hatte etwas bei den Voreinstellungen verbaselt und den Supereinfachmodus aktiviert. In jedem Fall habe ich gleich mal ganz locker zwei Feindflieger runtergepustet, ohne auf nennenswerte Gegenwehr gestoßen zu sein. Zerbombt habe ich meine Karre dann erst bei der Landung, weil ich sie buchstäblich auf den Kopf gestellt habe. Da muss wohl irgendwo eine Bodenwelle gewesen sein. Ansonsten ist es aber ganz nett, mal wieder mit einem ollen Doppeldecker rumzukurven.

Der Sturmovik ist da schon ein ganz anderes Kaliber – auch wenn die gleichen Macher dahinterstecken. Ich bin mit einer LaGG-3 gegen eine Me 109 angetreten. Der Gegner war zwar nur moderat schwer und ich hatte mich irgendwann hinter ihm eingekurvt, aber ich konnte ihn ums Verrecken nicht runterschießen, weil er zu weit weg war und munter in seiner Kreisbahn blieb, die ich nicht aufbrechen konnte, weil mein Motor allmälich überhitzte. Irgendwann hatte ich dann auch meine Knarren leergeschossen und mir blieb nur noch, die Flucht anzutreten. Landung versucht, runtergeknallt. Und dann musste ich auch schon Feierabend machen, weil mir die Zeit weglief.

Was aber geil ist: Der Sturmovik läuft auch mit VR. Das heißt, dass ich mich am langen Wochenende, das nun vor mir liegt, mit der Vive mal dranklemmen werde. Das könnte ein ziemlich heftiger Spaß werden!

Eins ist in jedem Fall gewiss: Wenn ich mir das simulierte Flugverhalten sowohl im Sturmovik als auch im „Wings of Prey“ (beides die gleichen Macher) anschaue, dann steigt meine Hochachtung vor den Jagdfliegern im 2. Weltkrieg noch ein ganzes Stück. Wenn man sieht, wie klein die Kluft zwischen stabilem Kurvenflug und dem Strömungsabriss (inklusive dem anschließenden Flachtrudeln und dem Aufschlag auf den Boden) ist, dann weiß man, mit welchem Fingerspitzengefühl und welchem taktischen Geschick die Asse damals vorgingen.

Updated: 26. September 2017 — 9:13
© 2017 Niels Peter Henning

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