Ausgefreelanced – nach langer Zeit

Keine Ahnung, wie lange dieses Spiel inzwischen schon in meiner Schublade herumfliegt. Doch nun habe ich es durch – und das war’s auch wert, Scheiße nochmal!

Es ist wirlich enorm: Da habe ich schon so ziemlich alles durch, was im Bereich der Raumschiff-Baller-Simulatoren Rang und Namen hat, aber den absoluten Genreprimus habe ich bislang außen vor gelassen. Sämtliche „Wing Commander“-Teile inklusive der Spin-Offs, „Elite: Dangerous“ … lauter so Zeug. Aber „Freelancer“ lag einfach nur rum. Immer mal angefangen, dann aber wieder aufgehört. Meistens war mir irgendeine Mission zu schwierig oder es hat gerade irgendein anderes Spiel gezündet. Das durfte nicht so bleiben. Also habe ich das Spiel vor einigen Tagen mal installiert und dann konsequent durchgezogen bis zum Ende der Singleplayer-Kampagne.

Eigentlich bin ich ja so einer, der unbedingt einen möglichst brachialen Joystick in der Hand haben will, wenn er Weltraumsimulationen spielt. Geht bei „Freelancer“ aber nicht, denn das funktioniert ausschließlich mit Tastatur und Maus. Fand ich jetzt anfangs nicht so prickelnd, doch dann war ich ganz gut erstaunt, wie locker das von der Hand geht. Generell war ich bei diesem Spiel von einigen Sachen ziemlich erstaunt.

Ok, die Grafik ist ganz sicher nicht mehr auf der Höhe der Zeit, aber selbst für ein Spiel, das inzwischen schon jemand spielen könnte, der beim Release noch keinen Arsch zum Scheißen hatte, hat es sich wirklich gut gehalten. Generell ist die Atmosphäre verdammt gut, was nicht zuletzt auch am gelungenen Sound liegt. Dieses ganze „Comms Chatter“, das da im Hintergrund stattfindet, ist schon ziemlich genial.

Bliebe noch die Story zu erwähnen. Die will ich jetzt mal nicht hier ausbreiten. Sie ist auch kein übermäßiger Knaller. Aber ich fand sie ok. Alles in allem war sie ein gutes Vehikel, um die insgesamt 13 Missionen der Kampagne zu transportieren. Ein bisschen blöd fand ich nur die „Wartezeiten“ zwischen den Missionen, in denen man zusehen musste, dass man seinen Level steigerte, um die nächste Mission annehmen zu können. Irgendwann fühlte ich mich da ein bisschen wie in „Elite: Dangerous“: Entweder nahm ich immer die gleichen Kill-Missionen vom Schwarzen Brett an oder ich saß in einem Frachter und kutschierte Waren von A nach B und wieder zurück. Das war auf Dauer doch ein bisschen ermüdend. Aber gut, immerhin bekam ich damit ordentlich Kohle beisammen.

Als ich die Kampagne durch hatte (wobei ich zugeben muss, dass mich einige der „normalen“ Missionen zwischendurch stellenweise eher gefordert haben als die Bossfights), war für mich der Käse dann gelutscht. Ein bisschen gewurmt hat mich zwar schon, dass es immer noch so schweineviel zu entdecken gab. Keine Ahnung, ob ich bereits alle Systeme gesehen habe oder ob es noch andere gibt. Auch die ganzen Geschichten, die es in den Systemen selbst noch zu finden gibt, sind natürlich jetzt komplett verloren. Aber die Aussicht, immer und immer wieder die gleichen Aufgaben abzuklopfen, war mir dann doch ein bisschen zu blöd. Außerdem war nach der Story auch die Luft ziemlich weit raus. Abgesehen davon habe ich noch viel zu viel anderes Zeug am Start, um mich noch weiter im „Freelancer“-Universum aufzuhalten.

Und wenn ich schon dabei bin: „Darkstar One“ habe ich auch noch nicht durch. Und bei „Privateer“ bin ich seinerzeit im Bossfight x-mal abgenippelt. „X-Wing Alliance“ habe ich auch bis dato kaum angerührt. Ach ja, „Wing Commander IV“ … da war ja noch was. Von „Wing Commander Prophecy“ will ich gar nicht erst anfangen. Die „X“-Reihe müsste ich auch mal angehen – oder zumindest „X: Rebirth“ in der VR-Version. Dabei sollte ich nicht vergessen, dass noch das uralte „Freespace 2“ in meiner GOG-Bibliothek vor sich hingammelt.

Ja, da sind noch ein paar echte Perlen dabei, die ich bislang vernachlässigt habe …

© 2017 Niels Peter Henning

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